Auf zu neuen Ufern

10518019_464438497040692_1627918978_nAls sich am Horizont langsam aber sicher eine grünbedeckte Landmasse auftürmt, breitet sich wieder dieses beflügelnde Gefühl aus. Ganz genauso wie vor gut fünf Monaten, als Franzi und ich in Auckland landeten und uns ins Abenteuer Neuseeland stürzten. Vielleicht ging es Entdecker James Cook vor Hunderten von Jahren ähnlich, als er mit seinem Segelschiff die Südinsel erkundete. Heute reisen die Weltenbummler nicht mehr auf Holzbauten, sondern mit stähleren Giganten umhehr, auf denen sogar Lkws Platz finden. Doch eins ist vermutlich gleich geblieben: Es ist pure Vorfreude, die den Körper durchzieht, wenn man den ersten Schritt auf Neuseelands wohl schönste Landmasse setzt.

IMG_5367 IMG_5380Nur gut zwei Stunden dauert die Überfahrt mit der Fähre von Wellington nach Picton. Eigentlich ein Katzensprung. Und doch scheint man beim Landgang auf einem komplett anderen Kontinent angekommen zu sein. Das Tor zur Südinsel, Picton, hat sich zwischen begrünten Fjorden versteckt und vor der kleinen idyllischen Stadt liegen mehr Boote im Wasser, als Einwohner im Zentrum zu Hause sind.

IMG_5391IMG_5365 Wie zuvor in Wellington warteten im Hostel wieder viele interessante Charaktere auf mich. Schon kurz nach dem in der Jugendherberge mein Zimmer bezogen, mir die unter Backpackern beliebten Nudeln mit Tomatensoße zubereitet und in der Lounge platzgenommen hatte, flüsterte mir eine Stimme von der Seite zu, ob ich mich denn auch in das Netzwerk des Hostels einloggen könnte. Das Problem mit dem Zugang konnten Nina, so heißt die blonde Dänin, die schon bald in Kopenhagen studieren möchte, und ich an diesem Abend zwar nicht lösen, dafür aber ein ellenlanges Gespräch verbuchen.

Dazu gesellte sich noch Ethan, der in Kalifornien, USA, genauer im Death Valley, also dem „Toten Tal“ zu Hause ist. Temperaturen um die 50 Grad Celsius sind dort im Sommer keine Seltenheit. Ethan hat im gleichnamigen Nationalpark, bevor es auf eine große Reise ging, als Biologe gearbeitet. Ziemlich spannend eigentlich, beruflich die Wüste zu erforschen. Dem Wetter angepasst, gibt es im Sommer eigentlich nur Nachtschichten. Die Schule beginnt übrigens ganz zeitig, pausiert gegen Mittag und wird in den Abendstunden fortgesetzt. Der Begriff Ganztagsschule bekommt dabei eine ganz neue Bedeutung.

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Einmal grinsen bitte: Ethan und Nina, nachdem wir ins Wasser gesprungen waren.

Foto 4 Foto 3Gemeinsam meisterten wir am nächsten Tag einen tollen Wanderweg, der uns hinauf auf einen Fjord führte und bei schönstem Wetter eine tolle Aussicht bescherte. Hinab machten wir an einer abgeschiedenen Bucht halt. Kurzerhand sprangen wir ins Wasser, um uns zwischen allerhand Quallen zu behaupten, die an die Küste getrieben wurden. Zum Glück ungefährlich! Den Abend verbrachten wir anschließend in einer kleinen Bar mit Mick, ebenfalls aus den USA, genauer Michigan, der sich als Plaudertasche entpuppte – im guten Sinne. Denn Mick war bereits seit gut einem Jahr unterwegs und berichtete uns ausführlich über seine Südamerikareise, die ihn unter anderem durch Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Kolumbien und Mexico führte.

Am nächsten Tag ging es für mich mit dem Bus weiter nach Nelson, der nächsten größeren Stadt. Hier checkte ich wenig später im Paradiso ein, das eigentlich mehr als Partyhostel bekannt ist, sich letztlich aber als total entspannte Bleibe entpuppte. Neben einem riesigen Pool, Spa und Sauna gab es außerdem kostenloses Frühstück und eine leckere Gemüsesuppe am Abend. Alles inklusive!

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Diesen Schnappschuss habe ich mir von Hannes (Danke!) gemopst, da ich vergessen hatte, draufzurücken.

Richtiges Heimatfeeling kam schließlich auf, als Sophia ins Zimmer einzog. Ein ordentlich sächsisch angehauchtes „Hallo zusammen!“, brach das Eis innerhalb von Sekunden. Wie sich herausstellte, ist Sophia in der Nähe von Limbach-Oberfrohna zu Hause. „Hier unten“ am anderen Ende der Welt trifft man zwar einige ostdeutsche Mitreisende, aber nicht wirklich viele. Drum war die Freude ziemlich groß!

IMG_5440  IMG_5396Da Sophia und ich mich direkt auf Anhieb verstanden, buchten wir am nächsten Morgen direkt eine Kajak-Tour entlang des nördlich gelegenen Abel Tasman Nationalparks, der mit endlos langen Goldstränden besticht. Und als wir gerade mit dem Buchen fertig waren, gab es noch ein großes Wiedersehen. Und zwar mit Ven! Ihr erinnert euch bestimmt noch an die stets gutgelaunte Hamburgerin, mit der ich zusammen bei Lyn in Auckland den riesigen Gemüsegarten in Schuss hielt. Meine Wegbegleiterin hat die vergangenen Monate zusammen mit ihrem Freund Chris, ebenfalls auf der Nordinsel verbracht, nur halt etwas nördlicher. Beide haben Familie von Chris besucht und außerdem auf verschiedenen Farmen für „Kost und Logis“ gearbeitet. Das Duo sackte anschließend auch die Abel-Tasman-Kajak-Tour ein.

IMG_5437 IMG_5417Gemeinsam ging es also am nächsten Tag durch den tollen Naturpark. Erst auf dem Wasser, entlang der Küste, wo wir sogar Seehunde bestaunen konnten und später zu Fuß in Strandnähe zurück. Klar, dass man da Füße und Arme am nächsten Tag ordentlich spüren konnte. Die Anstrengung hatte sich aber allemal gelohnt!

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Mensch, Martin! Und dabei hatte Sophia ihr süßestes Lächeln ausgepackt …

Für mich ging es am nächsten Tag übrigens nicht wie üblich im Bus weiter, sondern im Auto. Chris und Ven haben mich freundlicherweise mitgenommen und auch für die folgenden drei Wochen im Auto behalten. Es folgte ein „Roadtrip“ entlang der Küsten, bis ganz in den Süden. Mehr dazu lest ihr in Kürze. Versprochen! 😉

2 Kommentare

  1. Moin, Moin Martin,

    auch wenn bei Dir gerade Abend ist. Wie ich sehe tauchst Du immer tiefer in das Land ein und erlebst auf`s Neue, wie Dein Abenteuer immer was zu bieten hat. Ich habe gehört, dass Du jetzt in den „maritimen“ Bereich eingestiegen bist. Auch wenn es nicht so ist wie es sein sollte und Du die Boote auf dem trockenen behutzt, hoffe ich, dass Du auch hier weiter Erfahrungen sammeln kannst und der Job Spaß macht. Weiterhin alles Gute und die besten Wünsche

    LG dBadN

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